MYTHEN & FAKTEN

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Versandapotheken. Weitere Mythen und Fakten finden Sie zusätzlich als PDF zum Herunterladen.

Für wen ist der Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten geeignet?

Der Versandhandel ist eine Ergänzung für alle Patienten, die sich nicht nur durch stationäre Apotheken versorgen lassen wollen – oder können. Der Versandhandel ist deshalb zum Beispiel für Menschen von Vorteil, die auf dem Land und weit weg von der nächstgelegenen Apotheke leben. Auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Senioren ist der Versandhandel wichtig, da sie sich so selbst mit Medikamenten versorgen können und nicht immer auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Für chronisch Kranke und finanziell schlechter gestellte Patienten ist der Versandhandel eine Entlastung, da sie durch die von den EU-ausländischen Versandapotheken gewährten Boni ihre Arzneimittelkosten senken können.

Ist der Versandhandel nur etwas für junge Leute?

Im Gegenteil. Jeder kann Medikamente bei einer Versandapotheke bestellen. Der Online-Einkauf ist dabei kein Privileg junger Menschen. 62 Prozent der Senioren über 65 Jahre haben schon einmal bei einer Versandapotheke bestellt. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 62 Prozent und bei den 50- bis 64-Jährigen 61 Prozent. Zum Vergleich: Von den 14- bis 29-Jährigen haben lediglich 33 Prozent Medikamente im Internet bestellt.*

*Quelle: Presseinformation Bitkom vom 11.11.2016

Bieten Versandapotheken dieselbe Beratung wie stationäre Apotheken?

Ja. Bei Versandapotheken beraten sowohl Apotheker als auch pharmazeutisch-technische Assistenten die Patienten persönlich und direkt per Telefon, per E-Mail, Chat oder via VideoLive-Chat. Versandapotheken leisten außerdem einen Beitrag zur Arzneimitteltherapiesicherheit: Mithilfe modernster digitaler Lösungen überprüfen sie Verschreibungen auf Überdosierungen, Doppelverordnungen und auf Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Lebensmitteln. Zusätzlich werden Einnahmehinweise gegeben. All das trägt zur Minimierung von Risiken in der Arzneimitteltherapie bei. Patienten haben auch nach Versand des Rezepts stets die Möglichkeit, sich noch einmal bei ihrer Versandapotheke beraten zu lassen, oder aber die mitgelieferten schriftlichen Hinweise zur weiterführenden Behandlung an den behandelnden Arzt zu übergeben.

Ist die Arzneimittelversorgung durch Versandapotheken sicher?

Ja. Versandapotheken und stationäre Apotheken unterliegen denselben Sicherheits- und Qualitätsstandards, wenn es um die Arzneimittelversorgung geht. Versandapotheken müssen insgesamt sogar eine Vielzahl weiterer gesetzlicher Pflichten beachten. Hierzu zählt zum Beispiel die Pflicht, dass ein Medikament innerhalb von zwei Arbeitstagen beim Besteller ankommen muss und, dass Patienten durch ein eingerichtetes Kundeninformationssystem über bekannt gewordene Risiken informiert werden müssen.

Gehen die Boni der EU-ausländischen Versandapotheken zu Lasten der deutschen Solidargemeinschaft?

Nein. EU-ausländische Versandapotheken geben einen Teil ihrer Marge durch Boni an die Patienten weiter. Den Kranken- und Sozialkassen entgeht dadurch kein einziger Cent. Auch der Vorwurf, dass Patienten aufgrund von Boni mehr Medikamente als nötig kaufen würden, stimmt nicht. Versandapotheken bearbeiten nur solche Rezepte, die von einem Arzt ausgestellt und unterschrieben wurden. Eine erhöhte Medikation aufgrund von Preisvorteilen ist also nicht möglich. Alle zertifizierten Versandapotheken, wie DocMorris, gewährleisten, dass die Bearbeitung von Rezepten sicher und korrekt erfolgt.

Beteiligen sich EU-ausländische Versandapotheken an Nacht- und Notdiensten?

DocMorris zum Beispiel kann in Deutschland keinen Nacht- und Notdienst leisten, weil DocMorris als Kapitalgesellschaft laut Gesetz in Deutschland keine Apotheke betreiben darf. Allerdings führt DocMorris von jeder verkauften Packung verschreibungspflichtiger Arzneimittel den gesetzlich vorgeschriebenen Betrag von 16 Cent pro Packung an den Nacht- und Notdienst-Fonds der Apotheken ab. DocMorris zahlt dort jedes Jahr mehr als eine halbe Million Euro ein.

Fertigen Versandapotheken auch Rezepturen an?

Auch DocMorris fertigt bis auf wenige Ausnahmen Rezepturen an. Allerdings bittet DocMorris seine Kunden, Details vorab mit dem pharmazeutischen Kundenservice des Unternehmens telefonisch zu besprechen.

Sind Versandapotheken aus dem EU-Ausland eine Gefahr für örtliche Apotheken in Deutschland?

Nein. EU-ausländische Versandapotheken waren in der Vergangenheit keine Gefahr für die örtlichen Apotheken, und sie werden es auch in Zukunft nicht sein. Im Jahr 2004 wurde der Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln in Deutschland erlaubt. Die Zahl der örtlichen Apotheken in Deutschland ist seitdem von rund 21.500 auf etwa 20.250 gesunken. Die Ursache dieser Entwicklung ist nicht die Einführung des Versandhandels, sondern zum einen eine gestiegene Anzahl von Apothekern, die in den Ruhestand gegangen sind – viele von ihnen im ländlichen Raum. Zum anderen spielt die rückläufige Zahl der Landärzte eine Rolle: Wenn eine Arztpraxis schließt, lohnt sich finanziell häufig auch nicht mehr der Betrieb der benachbarten Apotheke. Hinzu kommt: Gerade einmal jedes hundertste Rezept wird bei Versandapotheken eingelöst, so der Apothekerverband ABDA.*

*Quelle: Presseinformation der ABDA vom 09.11.2016