DER VERSAND VON REZEPTPFLICHTIGEN ARZNEIMITTELN MUSS BLEIBEN

Millionen Patienten bestellen seit vielen Jahren ihre rezeptpflichtigen Medikamente bei Versandapotheken im EU-Ausland. Weil es bequem ist. Weil die nächste Apotheke zu weit weg ist. Und: weil sie sparen möchten. Das Bundesgesundheitsministerium will das jetzt verbieten.
Wir appellieren gemeinsam mit den Patienten an die Politik: Versandapotheken sind eine sinnvolle Ergänzung zu den Apotheken vor Ort. Lasst den Patienten die Wahl!

EIN VERBOT DES VERSANDHANDELS FÜR REZEPTPFLICHTIGE MEDIKAMENTE…

1

…trifft besonders finanziell schwache Menschen und chronisch Kranke.

2

…benachteiligt Menschen mit eingeschränkter Mobilität und alle, die in ländlichen Gegenden leben.

3

…benachteiligt Menschen, die – etwa aus beruflichen Gründen – unabhängig von Ladenöffnungszeiten sein müssen.

4

…bevormundet Patienten bei der Wahl ihrer Apotheke.

WORUM GEHT ES BEIM EuGH-URTEIL?

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat im Oktober 2016 entschieden, dass die gesetzliche Preisbindung für verschreibungspflichtige Medikamente (sogenannte Rx-Medikamente) in Deutschland gegen europäisches Recht verstößt. Einfach erklärt: Festpreise verhindern den freien Warenverkehr für EU-ausländische Apotheken, die Kunden in Deutschland versorgen.

DAS SAGEN DIE ZAHLEN

20

Chronisch Kranke in Deutschland: Sie brauchen ortsunabhängige Versorgung.

20500

Apotheken in Deutschland. Damit liegt Deutschland beim Verhältnis von Apotheken pro Einwohner genau im Durchschnitt der Industrieländer.

3

Marktanteil von Versandapotheken: Das hat keinen Einfluss auf den Bestand stationärer Apotheken.

13

Jahre Arzneimittelversand in Deutschland: Über 40 % der Deutschen haben bereits Medikamente online bestellt. Sie sollen weiter die Wahl haben.

DARUM VERTRAUEN PATIENTEN VERSANDAPOTHEKEN

BERECHTIGTE FRAGEN – HIER SIND DIE FAKTEN

Ist die Apotheke vor Ort durch Versandapotheken bedroht?

Ist die Apotheke vor Ort durch Versandapotheken bedroht?

Nein

97 Prozent aller Medikamente werden in örtlichen Apotheken abgegeben. Von einem Verdrängungswettbewerb durch Versandapotheken kann also keine Rede sein.

Bekomme ich auch bei Versandapotheken eine gründliche Beratung, wenn ich das will?

Bekomme ich auch bei Versandapotheken eine gründliche Beratung, wenn ich das will?

Ja

Alle Apotheken sind gesetzlich zur Beratung verpflichtet. Für Versandapotheken gilt: Bei jedem bestellten Medikament wird systematisch geprüft, ob die Dosierung stimmt und ob sich die Medikamente vertragen bzw. ob eine Wechselwirkung zwischen den verordneten Medikamenten vorliegt. Die Hinweise erfolgen schriftlich, so kann jeder den Ratschlag des Apothekers in Ruhe zuhause nachlesen. Außerdem beraten Versandapotheken persönlich am Telefon oder noch persönlicher über eine gesicherte Bildleitung (Video).

Manche behaupten, ausländische Versandapotheken bezahlen keine Mehrwertsteuer und bieten deswegen ihr Sortiment billiger an. Stimmt das?

Manche behaupten, ausländische Versandapotheken bezahlen keine Mehrwertsteuer und bieten deswegen ihr Sortiment billiger an. Stimmt das?

Nein

Das stimmt nicht. Hier gelten für alle dieselben Regeln und Steuern. Denn das Apothekensortiment wird über den pharmazeutischen Großhandel bestellt. Das gilt für jede Apotheke, auch für Versandapotheken.

DAS GIBT ES NEUES

  • Die Messe ist gelesen, jedenfalls für diese Legislaturperiode. Nachdem sich die Koalitionsspitzen in der Nacht zum Donnerstag auf ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln nicht einigen konnten, taugt das Thema kurzfristig nicht mal mehr zu Wahlkampfzwecken......

  • Apotheker im Wahlkampf gegen sich zu haben, kann unangenehm werden. Deswegen beeilte sich Gesundheitsminister Gröhe, eine EuGH-Urteil mit einem Verbot des Versandhandels mit rezeptpflichtigen Arzneien zu unterlaufen. Doch es klappt wohl nicht so richtig......

  • Das Verbot für den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln kommt nicht. Der Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe fällt bei den Kabinettskollegen durch. Es gibt verfassungsrechtliche Bedenken......